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Bericht des Eichstätter Kuriers vom 26.09.2005
2. Streuobsttag im Jura-Bauernhof-Museum
Traditionell und faszinierend
Andrea
Franzetti
Hofstetten
(ztt) Saftig rot-grüne Äpfel, fruchtige Marmeladen und frisch gepresste Säfte
bestimmten das Bild beim zweiten Streuobstmarkt rund ums Bauernhofmuseum
Hofstetten. Mehr als 1000 Besucher strömten bei strahlendem Sonnenschein auf
das Museumsgelände und erfuhren dabei so einiges über die vitaminreichen Früchte.
Das Ingolstädter Amt für Landwirtschaft und Forsten (ALW) und der Kreisverband
für Gartenbau und Landschaftspflege hatten ein abwechslungsreiches Programm
zusammengestellt, um auf heimische Streuobstwiesen hinzuweisen.
Infostände
mit Fotos und Schautafeln, zahlreiche Kostproben in fester und flüssiger Form
aus allen Obstsorten, Mitmachaktionen für Kinder, ein Quiz und Vorführungen
und Kurzvorträge ließen den ganzen Tag über keine Langeweile aufkommen.
Eichstätts Landrat Xaver Bittl ging in seinem Grußwort auf die ökologische
Bedeutung der Streuobstwiesen ein. Ziel müsse es heute sein "die Flora und
Fauna zu erhalten" und damit "die Dinge nicht in Vergessenheit geraten
lassen, die früher überall gestanden haben". Als Schirmherr des
Aktionstages erinnerte er auch an die früher üblichen Versteigerungen von
Obstbäumen, die er selber als Kind noch miterlebt hatte.
Hitzhofens
stellvertretender Bürgermeister Alfred Schimmer erinnerte an die
Naturereignisse und -katastrophen und rief ins Gedächtnis, dass "sich die
Natur nicht mehr alles gefallen lässt". Er forderte ein stärkeres
Bewusstsein für die Natur. ALW - Behördenleiter Werner Götz hob den hohen
Stellenwert der Streuobstwiesen für Mensch und Tier hervor. Zudem sei diese
Methode des Obstanbaues eine "traditionelle und faszinierende
Kulturform". Mit dem zweiten Streuobtsaktionstag (der erste fand 2003
statt) wolle man erneut "bewusst machen, was Streuobst überhaupt
ist".
Dies
gelang schließlich ausgezeichnet, da mehr als 20 Aussteller aus der Region die
gesamte Vielfalt des Streuobstes und der Streuobstwiesen auf anschauliche und
ansprechende Art präsentierten. Der museumseigene Backofen war angeschürt
worden und lieferte nicht nur das traditionelle Bauernbrot, sondern auch -
passend zum Aktionstag - Bratäpfel aus heimischen Sorten. Direkt daneben hatte
der Garten- und Landschaftspflegeverein Böhmfeld seine mobile Saftpresse in
Betrieb genommen. Auf dem stattlichen Autoanhänger ist eine komplette Anlage
zur Saftherstellung installiert. Rund um die Uhr lief die Maschine und lieferte
einen köstlichen Birnen-Apfelsaft, der direkt vor Ort in den Gläsern der
Besuchern landete.
Andere
Köstlichkeiten offerierten derweil weitere Gartenbauvereine. Da gab es Holunder
in Form von Saft, Blütensirup und süffigem Likör oder Marmeladen und Gelees
aus der Kornelkirsche, eine Frucht, die schon Hildegard von Bingen ausführlich
lobte. Mehr als 45 Apfel- und Birnensorten, alle aus dem Gebiet Eitensheim,
zeigte der dort ansässige Gartenbauverein. Neben Boskop und Elstar lagen dort
auch Sorten mit so blumigen Namen wie "Gräfin von Paris", "Jamba"
und "Schöner aus Nordhausen". Mit Tipps und Tricks sparten die
zahlreich anwesenden Gärtner nicht. Neben den Verarbeitungsformen für Obst gab
es auch Hinweise zur Baumpflege und zur Veredelung.
Wer
wissen wollte, wie er seinen Kirschbaum madenfrei bekommt, der konnte einem
Vortrag lauschen, und wer selber in die Obstwiesen um Hofstetten wandern wollte,
schloss sich dem Gartenfachberater Peter Hecker an. Dass zur Streuobstwiese mehr
als nur Apfel- und Kirschbäume gehören, zeigten die Stände des Imkers oder
der Naturschutzverbände.
Bilder vom Streuobsttag 2005:











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