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Bericht des Eichstätter Kuriers vom 30.09.2003
Den Hitzhofener Bürgermeister konnten
erst 1055 Äpfel aufwiegen
600 Besucher bei der Aktion Streuobst im Jura-Bauernhof-Museum /
Beliebtes Grundnahrungsmittel
Hofstetten
(klf) Ohne Zweifel, wenn es um die Paradiesfrucht „Apfel" geht, dann muss
selbst Petrus ein Einsehen haben. Pünktlich zur offiziellen Eröffnung der „Aktion
Streuobst" im Jura-Bauernhof-Museum in Hofstetten riss am Sonntagnachmittag
der Regenhimmel auf. Und über all den Alkmenen, Boskoops oder Goldrenetten und
den „Schönen von Wiltshire" oder „Köstlichen von Charneu" und
ihren insgesamt gut 600 Bewunderern stand ein weißblaues Kaiserwetter. Einen
solchen Erfolg der „Aktion Streuobst - eine Aktion rund um den heimischen
Apfel", hätten sich weder die Veranstalter vom Landwirtschaftsamt
Ingolstadt und dem Landratsamt Eichstätt noch die Schirmherrin der Aktion,
Eichstätts stellvertretende Landrätin Rita Böhm, träumen lassen.
Die
Apfelkuchenkreationen der Familie Betz, die das Jura-Bauernhof-Museum
hingebungsvoll betreut, gingen dann auch weg wie warme Semmeln. Die mobile
Apfelsaftpresse des Böhmfelder Gartenbauvereins, die ihren Dienst mit 300 Bar
Pressdruck bereits am frühen Sonntagvormittag aufnahm, kam nicht eine Sekunde
zur Ruhe. Alle standen sie an für „flüssiges Streuobst" aus der Region,
das entweder elegant nach der Birne „Gräfin von Paris" schmeckte oder
klar und eindeutig nach Äpfeln der Sorten Cox Orange oder Goldparmäne. Dabei
muss man in Deutschland für den Apfel als „Grundnahrungsmittel" gar
nicht werben, so Dr. Eduard Stattmann, der Chef des Ingolstädter
Landwirtschaftsamtes, Landrätin Rita Böhm und Hitzhofens Bürgermeister
Andreas Dirr in ihren Grußworten übereinstimmend. Denn die Bundesbürger
verzehren pro Kopf und Jahr durchschnittlich etwa 35 Kilogramm Äpfel.
Was aber mit der bayernweit veranstalteten Aktion „Streuobst
2000 plus" wieder ins Bewusstsein der Verbraucher gerückt werden soll, ist
die Tatsache, dass der ernährungswissenschaftlich als absoluter
Gesundheitsbringer eingestufte Apfel in jeder Region zur natürlichen Vegetation
gehört und dass er möglichst auch in der jeweiligen Region zu Produkten
verarbeitet und als veredeltes Produkt ortsnah vermarktet werden sollte.
Die Erhaltung und Vermehrung bayerischer
Streuobstwiesen sei ein Anliegen der „Aktion Streuobst plus", so Rita
Böhm. Mit Streuobstwiesen werden wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen
gesichert. In Hanglagen sind Streuobstwiesen angewandter natürlicher
Erosionsschutz, und sie sind in touristisch erschlossenen Gegenden
landschaftsbildprägend und ein gesuchter Erholungsraum für die Feriengäste.
Auf die vielfältigen Möglichkeiten, mit Äpfeln zu
kochen, zu backen, zu entsaften oder Gelee herzustellen wies Else Greßmann, die
Leiterin der Abteilung Hauswirtschaft in der Landwirtschaftsschule, bei einem
ersten Rundgang über das Gelände beim Bauernhof-Museum hin. Dort hatten sich
Direktvermarkter, der Hauswirtschaftliche Fachservice, der Bayerische
Bauernverband, der Eichstätter Jägerverein, der Bund Naturschutz, der
Imkerverband, verschiedene Gartenbauvereine aus der Region und Vertreter einer
Baumschule eingefunden, um über den Apfel, seine Kulturgeschichte, seine
ernährungsphysiologischen Vorzüge und seine Bedeutung in einem ökologischen
Gleichgewicht in unserer Umwelt aufzuklären. Es wurden Apfelmeditationen ebenso
angeboten wie ein buntes Kinderprogramm rund um den Apfel.
Die Gungoldinger Jagdhornbläser sorgten für
musikalische Akzente, und Johanna Hiebel aus Ingolstadt nahm beim Apfelquiz
stolz den ersten Preis entgegen. Sie hatte richtig geschätzt, dass Bürgermeister
Dirr, der augenblicklich etwa 98 Kilo auf die Waage bringt, nur mit mindestens
1055 Äpfeln aufzuwiegen sei.
Weitere Bilder vom Streuobsttag 2003:





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