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Bericht des Donaukuriers vom 11.04.2007 (von Josef Bartenschlager)

Bald scharren wieder Hühner im Hof

Erster Arbeitstag für die neue Leiterin des Jurabauernhofmuseums verläuft nach Maß

Hofstetten (DK) „Der Osterhase hat schon ganz viel Eier gelegt“, verkündet die dreijährige Veronika stolz. Nun ist sie ins Jurabauernhofmuseum gekommen, um ihre Sammlung noch ein wenig aufzustocken – und um ihre Oma Zenta Schermer zu besuchen, die ihren ersten Tag als Museumsleiterin hier arbeitet.

Mit dem bewährten Programm hat das Jurabauernhofmuseum am Ostersonntag seine Saison eröffnet. Schon um 14 Uhr strömten viele Kinder in das ehemalige Kipferler- Anwesen. „Wo sind die Eier versteckt?“, stößt ein atemloser Dreikäsehoch hervor. Zenta Schermer weiß Bescheid: „Die können überall sein, in der Hundehütte, im Garten unter einem Baum oder im Gras. Nur in den Gebäuden brauchst du nicht zu suchen, da sind keine.“ Der Bub saust los, und bald präsentiert er ein buntes Osterei. Auch Veronika und ihre Brüder, der sechsjährige Sebastian und der neunjährige Max, haben mit geübten Augen das ein oder andere Nest ausgehoben. Veronika zeigt ihre Funde stolz der Oma.

Zenta Schermer und ihr Mann Alois haben die Museumsleitung übernommen, nachdem Familie Ganser aufgehört hat. Leicht sei es nicht gewesen, jemanden zu finden, räumt Georg Stark, der Kassier des Trägervereins, ein. Aber bei den Schermers, da passe alles. Sie seien aus Hofstetten, Gründungsmitglieder des Vereins, als zuverlässig bekannt und sie hätten eine „Ahnung von der Landwirtschaft“. Die muss man auch haben, um Besuchern das Anwesen und die Funktionen der alten Geräte und der Einrichtung zu erklären. Zenta und Alois seien sozusagen prädestiniert für die Museumsleitung. Das ist übrigens eine Entscheidung für lange: Die Gansers übten dieses Amt sieben Jahre aus und deren Vorgänger, das Ehepaar Brandl, sogar 15 Jahre.

Die Tätigkeit erschöpft sich nicht darin, Eintrittskarten zu verkaufen und gelegentlich Besucher zu führen. Die drei letzten Tage vor der Saisoneröffnung hieß es putzen. Und während der Saison muss das Anwesen natürlich sauber gehalten werden. Auf- und zusperren und die Gebäude regelmäßig überprüfen, den Strom abends abschalten und überhaupt nach dem Rechten sehen gehören ebenfalls zum Tätigkeitskatalog. Zenta Schermer hat auch schon weitere Pläne. Zunächst möchte sie wieder Hennen auf dem Hof haben, „damit die Kinder was zum Schauen haben“. Schon früher gab es Geflügel im Bauernhofmuseum, aber wegen der Vogelgrippe verzichtete man eine Weile darauf.

Außerdem will sich die 60-Jährige um den Gemüsegarten kümmern. Meerrettich, Maggikraut, Schnittlauch und Estragon sind schon draußen. Als nächstes will Zenta Schermer Sellerie, Rote Rüben, Stangenlauch und Petersilie setzen.

Inzwischen wird es im Hof wieder turbulent. Rosemarie Iser hat Spiele für die Kinder vorbereitet. Wessen Metallring am weitesten rollt, bekommt ein Osterei. Mit Spannung beobachten die Buben und Mädchen das Geschick ihrer Freunde. In einer Ecke lehnen Stelzen, und bald versuchen sich die ersten der kleinen Besucher darin, Balance zu halten und einige Schritte vorwärts zu staksen. Unterdessen werfen die Eltern interessierte Blicke in die Rußkuchl, die Speis, die Kammer oder in den Stadel und die Remise. Viele kennen das Museum schon lange, aber etwas Neues gibt es immer zu entdecken. Kaffee und Kuchen stehen auch schon bereit, und so verläuft der erste Öffnungstag des Museumshofes bei dem herrlichen Wetter nach Maß. Und die bewundernden Blicke ihrer Enkel sind Alois und Zenta Schermer sicher; schließlich tragen Opa und Oma jetzt die Verantwortung für diesen herrlichen „Abenteuerspielplatz“.

Das Jurabauernhofmuseum in Hofstetten hat täglich außer montags geöffnet (außer der Montag fällt auf einen Feiertag): dienstags bis freitags von 14 bis 16 Uhr sowie samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr.  

 
                                    Jura-Bauernhof-Museum, Schlossstr. 19, 85122 Hitzhofen-Hofstetten, E-Mail