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Bericht des Eichstätter Kuriers vom 20. Oktober 2008:

Die Geheimnisse des Kiacherlbackens

Kirchweih im Bauernhof-Museum Hofstetten / Letzte Veranstaltung in diesem Jahr

Marianne Bauernfeind zeigte bei der Museumskirchweih im Bauernhof-Museum in Hofstetten die Herstellung von Kiacherln.Hofstetten (gfs) Duftende Kiacherl und eine griabige Musi aus der Steirischen: Das sind die Kennzeichen der traditionellen Museums- Kirchweih im Bauernhof-Museum in Hofstetten, die am Sonntag wieder stattfand. Mit dieser gemütlichen Veranstaltung schließt das Museum wie gewohnt für die Wintermonate seine Pforten.

Schon beim Eintreten in das museale Gebäude stieg einem der Geruch frisch zubereiteter Kiacherl und wohliger Wärme aus dem Holzofen in die Nase und machte Lust auf Mehr. Zenta Schermer, die beim Museum für die Führungen, die Sauberkeit, den Garten und vieles Mehr zuständig ist, hatte bereits seit drei Tagen in der Stube mit Holz eingeheizt, „damit der Raum in diesen kalten Tagen auf Temperatur kommt“.

So fühlten sich die zahlreichen Gäste auch recht wohl in der alten Bauernstube des über 400 Jahre alten Anwesens. Mit nach eigenen Aussagen „echter bayerischer Volksmusik“ erfüllten Reinhard Dauer auf seiner Steirischen und seine Tochter Stefanie den Raum. Die beiden Volksmusiker aus Möckenlohe spielten zum ersten Mal bei der Museumskirchweih. Mit der zünftigen Musik und bei Kaffee und Kuchen war es so gemütlich und heimelig in der Stube geworden, dass man sich fast in die Zeit der früheren Bewohner des altehrwürdigen Gebäudes zurückgesetzt gefühlt hätte.

Reinhard und Stefanie Dauer aus Möckenlohe musizierten in diesen Jahr zum ersten Mal bei der Museumskirchweih.Im Nebenraum war Marianne Bauernfeind aus Mantlach bei Titting den ganzen Nachmittag damit beschäftigt, die Besucher mit frischen Kiacherln zu versorgen. Dabei zog sie den Hefeteig so gekonnt über den formenden Holzpilz, dass so manch junger (und auch nicht mehr so junge) Besucher nur staunend daneben stand. „Die Kunst des Kiacherlbackens habe ich von meiner Mutter schon im Alter von 15 Jahren gelernt“, sagte Marianne Bauernfeind. Im Auftrag des Jura-Back-Service aus Petersbuch zauberte sie im Verlauf des gestrigen Nachmittags einige Hundert Exemplare aus dem heißen Fett. Mit einigen Interessierten fachsimpelte sie dabei auch über die Art des Fettes und die genaue Größe dieser bayerischen Spezialität. Auch ein Geheimrezept für das Gelingen der Kiacherl hatte sie parat: „Die Umgebungstemperatur beim Erstellen des Teiges und beim Ausziehen muss immer stimmen“, meinte die Kiacherl-Expertin. Auf keinen Fall dürfe es zu kalt sein. Und einen anderen Tipp hatte ein Besucher parat: „Frisch schmecken sie einfach am besten.“

Anwesend bei der Museums- Kirchweih war auch Wunibald Iser, der Kreisheimatpfleger, der neben anderen in den 1980er Jahren die Gründung des Museums vorangetrieben hatte. Er zog ein insgesamt positives Fazit über die vergangenen Monate des Museumsbetriebs. Sehr gut angekommen sei vor allem die Ostereiersuche am Ostersonntag, mit der das Museum im Frühjahr eröffnet wurde. Recht gut besucht war auch der Hoagarten im Mai. Mit der Museumskirchweih schloss nun die Museum seine Pforten. Doch das Ende der museumslosen Zeit steht bereits fest: Wiedereröffnung ist im kommenden Jahr am 12. April, dem Ostersonntag.

                                    Jura-Bauernhof-Museum, Schlossstr. 19, 85122 Hitzhofen-Hofstetten, E-Mail