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(Bericht des Eichstätter Kuriers)
Mutige Kinder erlösten Geist vom Kipferlerhof
Spannende Geistergeschichten im Bauernhofmuseum
Hofstetten (crs) Um die Angst im Dunkeln und Geister, die nachts erscheinen, ging es bei der Lesung "Wenn es finster wird. …" von Gisela und Herbert Mayer am Freitagabend im Bauernhofmuseum in Hofstetten. Fast 50 Kinder fanden sich in der Bauernstube des Museums ein, um bei Kerzenschein wie früher die Mägde und Knechte des Kipferlerhofs unheimlichen und spannenden Geschichten zu lauschen. Wahre Erlebnisse der Vorfahren von Herbert Mayer und Begebenheiten aus der Region wurden fesselnd vorgetragen. Sämtliche Kinder durchzuckte es, als Herbert Mayer von in der Dunkelheit
zupackenden Gespenstern berichtete.
Auch erfuhren die Kinder, dass der Großvater von Mayer einst in den Kellergewölben des Klosters St. Walburg für die Schwestern Kraut hobelte. Eines Abends warnte ihn die Äbtissin jedoch vor einem Geist, dessen Stöhnen zu hören sei. Trotzdem stieg der Großvater hinab. Betend folgten ihm die Schwestern. Das Rätsel löste sich schnell: "Des war nämlich gar kein Geist, sondern der betrunkene Hausknecht."
Dass man auch belohnt werden kann, wenn man einen Geist erlöst, führte Gisela Mayer anhand einer Geschichte vor. Eine lange und hagere Gestalt trat um Mitternacht auf das Bett eines Wanderburschen zu, der trotz Warnung in einem spukenden Haus übernachtete. Die Erscheinung forderte den zitternden Burschen auf, ihr zur Scheune zu folgen und dort zu graben. Doch der Bursche weigerte sich. Dies sei sein Glück, klärte ihn die Gestalt auf. So habe er sich gerettet. Der Geist grub zwei Geldtöpfe aus. Diese habe er einst aus Geiz hier versteckt. Nun sei er von dem Wanderburschen erlöst worden,
wofür dieser einen Topf behalten dürfe. Den Inhalt des anderen solle er an Arme verteilen.
Sogar im Kipferlerhof gebe es ein Gespenst, verraten die Mayers. Getöse hätten die früheren Bewohner aus dem Dachboden vernehmen können. Alle berieten, was zu tun sei. Man erinnerte sich an einen Erlösungsspruch: "Alle guten Geister loben Gott den Herrn. Sag, was ist dein Begehren." Der Knecht sollte um Mittemacht auf den Dachboden hinaufsteigen und den Spruch sagen. Doch der angsterfüllte Knecht erinnerte sich oben nicht mehr an den Wortlaut und fiel in Ohnmacht. Durch die Stille wurden die anderen angezogen und weckten den erfolglosen Knecht. Wer unter den Kindern mutig genug
sei, dürfe nun erneut eine Erlösung versuchen, schlug Mayer vor.
Von dem Schein einer Laterne geführt, stiegen die Kinder leise hinauf in den dunklen Dachboden. Tatsächlich tauchte dort der schwache Lichtschein eines Geistes auf. Mit dem Erlösungsspruch konnte er endlich von den Kindern erlöst werden.
Zum Abschluss fragte Herbert Mayer, ob die Kinder schon von einer gefährlichen Stelle zwischen Pfünz und Hofsterten gehört hätten. Kathrin nennt die Stelle der zwölf Buchen. Eine Buche mit zwölf Stämmen habe dort gestanden, und angeblich spuke es dort, erläuterte Mayer. Ein Bauer, der in Eichstätt Dachziegel geholt habe und während der Rückfahrt nach Hofstetten noch in Pfünz beim Brockenwirt eingekehrt sei, habe an dieser Stelle eine Erscheinung gehabt. Er bemerkte plötzlich, dass die Pferde nicht mehr anzogen. Als er sich umdrehte, blickte er in die feurigen Augen eines schwarzen
Pudels. Am ganzen Leib erschauderte der Bauer. Da schlug es zwölf, und der Pudel verschwand. Bis heute spuke es an der Stelle der zwölf Buchen, schloss Mayer seine Erzählung. "Stimmt des?" Ängstlich flüsternd fragen die Kleinen ihre älteren Geschwister. Doch Gisela und Herbert Mayer können sie beruhigen: " Wir wissen, es gibt keine Gespenster, aber schöne Gespenstergeschichten." Mit diesen Worten wurden die Kinder verabschiedet.
Übrigens: Obwohl die meisten auch tatsächlich überzeugt sind, dass es keine Geister gibt, schaute sich der eine oder andere der jungen Zuhörer vorsichtiger um, als er sich an diesem Abend in der Dunkelheit auf den Heimweg machte.
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