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Bericht des Eichstätter Kuriers vom 5. August 2003

Von Hopfenlikör bis Löwenzahnhonig

Buntes Angebot beim Markt im Jura-Bauernhof-Museum / Filzen für Kinder

Korbflechter Karl Glungler aus Theilenhofen zeigte seine Kunst. 	Fotos: zttHofstetten (ztt) Löwenzahnhonig, gelber Curry-Ketchup mit viel Zucchini oder 27 verschiedene Sorten Marmeladen und Gelees fanden sich am Sonntag in dem reichhaltigen Angebot auf dem Bauermarkt im Jura-Bauernhof-Museum Hofstetten:

In Scheune, Stall und Garten des Museumshofs präsentierten verschiedene Fieranten ihre Natur- und Bioprodukte und zeigten rüstige Rentner alte Handwerkskünste. Rechenmacher Xaver Gruber fertigte aus fünf Jahre abgelagertem Buchen- und

Filzen mit traditioneller Technik konnten Kinder und Erwachsene beim Marktsonntag auf dem Museumshof in Hofstetten. Dabei entstanden zum Beispiel Fingerringe.	Fotos: zttEschenholz robuste Rechen für die Gartenarbeit. Bis zu anderthalb Stunden benötigt er dabei, um Stiel und Rechenzacken fein auszuschneiden und zusammenzufügen. Sensenstiele und Fußschemel lagen an seinem Stand ebenso aus wie bäuerlicher Wandschmuck aus Holz. Ein schattiges Plätzchen im Stadel hatte sich auch Karl Glungler gesucht. Der knapp 80-Jährige ist Korbflechter. Einjährige Weidenzweige verarbeitet der Theilenhofener zu schicken und stabilen Körben. Im ehemaligen Kuhstall befand sich der Getränkeausschank. Den Stand daneben hatte die Imkerei Hollinger. Zu den Spezialitäten der Nassenfelser gehört der Löwenzahnhonig. Nach dem Schleudern wird der Bienennektar erst in einem Fachinstitut untersucht. Enthält er genügend Anteile von Löwenzahn, darf er auch diesen Namen tragen. Über 100 Bienenvölker zählen zum Bestand der Hollingers. Im Schutter- und Altmühltal machen die sich auf den Weg, um Blüten zu bestäuben und das süße Elexier abzuliefern. Überhaupt nicht süß, eher scharf sind die Grillsoßen und selbst gemachten Ketchups der Langners. In ihrem Hofladen in Mainburg verkaufen Johanna und Robert die biologischen Köstlichkeiten. Auf dem Bauernmarkt im Kipferlerhof zeigten sie zudem auch noch ihren selbst angesetzten Hopfenlikör. Über 30 Prozent hat der leicht bitter schmeckende „Hopfengruß", der nach dem (biologischen) Grillen sicher wohl mundet. Holledauer Hopfenbrot und Marmeladen mit „Früchten aus dem eigenen Garten" hatten die Langners auch noch dabei.

Dass das Obst „ungespritzt und aus der Region kommt", ist dabei selbstverständlich, versicherte auch Rosi Bernecker. Im großen Garten hinterm Stadel hatte sie ihren Stand aufgebaut. Apfelsaft, Marmeladen und Zwerghuhneier gibt es bei ihr. „Das, was die Natur uns gibt, das nehmen wir mit", verrät sie. Trotz der Trockenheit seien „heuer so viele Kirschen an den Bäumen". Zu Sauerkirsch-Pfirsich-Aufstrich oder Rhabarber-Bananen-Gelee mit echter Bourbonvanille verarbeitete sie die Früchte.

„Filzen" nach traditioneller Technik konnten die jüngsten Besucher des Bauernmarktes. Die mit Naturfarben eingefärbte Schafwolle verarbeiteten die Kleinen zu Fingerringen. Nur mit Schmierseife, heißem Wasser und einem Handtuch machten sie sich ans „Walken" und „Filzen".

Bastelarbeiten und Trockengestecke, Töpferware und eine ganze Schafherde mit Schäfer und Wachhund fanden sich an den anderen Ständen. Vor dem - Hof konnten sich die Besucher noch vom Pferdewagen „chauffieren" lassen und den Hunger mit Steckerlfisch und Kuchen stillen.

Weitere Bilder vom Bauernmarkt:

                                    Jura-Bauernhof-Museum, Schlossstr. 19, 85122 Hitzhofen-Hofstetten, E-Mail