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(Bericht des Eichstätter Kuriers vom 29. Juni 2005)

Dinkel, Einkorn und Emmer gedeihen wunderbar

Das Jura-Bauernhof-Museum in Hofstetten kümmert sich mit großem Erfolg um alte Getreidearten

Andrea Franzetti

Der Gemüsegarten im Jura-Bauernhof-Museum bietet alles, was ein echter Bauerngarten haben muss. Erna Ganser schaut jeden Tag nach dem rechten. Gegossen wird mit frischem Brunnenwasser. Hofstetten (ztt) Aus Tees oder vielen Bioprodukten kennt sie fast jeder. Wer jedoch auch wissen will, wie die Pflanzen, Kräuter oder Getreidearten in natura aussehen, dem sei ein Besuch des Jura-Bauernhof-Museums in Hofstetten empfohlen. Sowohl im Gemüsegarten direkt auf dem Hofgelände, als auch auf dem Feldflora-Reservat am Ortsrand wachsen die "Exoten". Viele der angebauten Getreidearten zählten früher zum Standard, auch auf den Feldern im Altmühltal. Doch Dinkel, Einkorn oder Emmer waren lange Zeit verschwunden, und erleben in diesen Tagen erst wieder ihre Renaissance als gesunde und natürliche Produkte.

Natürlich geht es auch in den Beeten und auf dem Acker zu. Hans Ganser und seine Frau Erna kümmern sich liebevoll um ihre (meist) grünen Zöglinge. Und während der Mann eher fürs Gröbere zuständig ist, harkt und pflegt Erna Ganser den Gemüsegarten. Sie hat Zitronenmelisse und Liebstöckl gepflanzt, zwischendrin sprießen Astern und blaue Kornblumen, und selbst Löwenmaul und Zinnien sind in dem eingezäunten Museumsgarten zu finden.

Am Ortsrand von Hofstetten bietet das Feldflora-Reservat einen Einblick in die klassische Dreifelderwirtrschaft. Angebaut werden vor allen Dingen alte Kulturpflanzen, darunter auch Emmer, Dinkel und, wie hier im Bild, Einkorn.Einmal in der Woche wird alles fein aufgeharkt, wird Unkraut gejätet. Gegossen wird fast jeden Tag, mit frischem Wasser aus dem museumseigenen Schöpfbrunnen. Zu prächtigem Wachstum, ohne chemischen Dünger, verhalf das kühle Nass bisher schon dem Porree, den Kopfsalaten oder den Stangenbohnen. Die klassische Dreifelderwirtschaft präsentiert sich auf dem Museumsfeld: Hier ist die Brache mit Erbsen bepflanzt. Durch sie wird Stickstoff im Boden gebunden, und im nächsten Jahr können wieder anspruchsvollere Sorten gesät werden, die jetzt auf den benachbarten Ackerstreifen stehen. Sehr schön gewachsen ist heuer der Roggen, während der Buchweizen noch ganz klein ist, und noch einige Zeit brauchen wird. Im Feldteil, wo der Rotklee steht, zeigt sich mittendrin zwar viel Unkraut, aber "auch das ist natürlich, weil wir ja nicht Spritzen", sagt Museumsgärtner Hans Ganser.

Auf fast 5000 Quadratmetern ähnelt das Feldflora-Reservat einem biologischen Geschichtsbuch: Esparsette oder Einkorn sind eher "Museums-Pflanzen", als gängige und allseits bekannte Gewächse. Zu sehen gibt es das alles täglich, direkt in Hofstetten. Das Feld ist frei zugänglich, und zahlreiche Infotafeln informieren über die Pflanzen und Anbaumethoden.

Wer den Gemüsegarten sehen will, muss sich an die Öffnungszeiten des Jura-Bauernhof-Museums halten: Von Dienstag bis Freitag können täglich zwischen 14 und 16 Uhr der Hofstettener Kipferlerhof mit Stadel, Wohnhaus, Stall und eben dem Garten besucht werden. An Wochenenden wird sogar erst um 17 Uhr zugesperrt.

                                    Jura-Bauernhof-Museum, Schlossstr. 19, 85122 Hitzhofen-Hofstetten, E-Mail