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(Bericht des Eichstätter Kuriers vom 24. Juni 2003)
Auf fast 5000 Quadratmetern die wechselhafte Geschichte des Ackerbaus
dargestellt
Ganz ohne chemische
Keule: Das Feldflora-Reservat des Jura-Bauernhof-Museums in Hofstetten kann
jederzeit besichtigt werden
Hofstetten
(zu) Fast wie ein biologisches Geschichtsbuch mutet das Feldflora-Reservat am
Ortsrand von Hofstetten an. Längst vergessene Getreide- und Pflanzensorten
gedeihen seit 1987 auf dem Museumsfeld, das liebevoll von Hans Ganser betreut
wird. Ganz ohne chemische Keule, wie zu Großvaters Zeiten, versucht das
Jura-Bauernhof-Museum auch die wechselhafte Geschichte des Ackerbaus auf fast
5000 Quadratmetern darzustellen. Während im alten Stadel des Kipfelerhofs in der
Ortsmitte von Hofstetten die Gerätschaften aus alter Zeit lagern, wachsen auf
dem Feldflora-Reservat die dazugehörigen Getreidesorten. Im klassischen Stil der
Dreifelderwirtschaft wachsen heuer auf der Brachfläche Erbsen. Die Erbsenpflanze
sammelt auf natürliche Weise den Stickstoff und ist sehr schonend für den Boden,
auf dem in den Vorjahren andere Nutzpflanzen standen. Der dichte Bewuchs der
Pflanzen sorgt außerdem dafür, dass wenig Unkraut wuchern kann. Fast klinisch
rein wirkt auch der dichte Teppich von Rotklee am anderen Ende des Feldes. Kein
einziges Pflänzchen, was nicht hierher gehört, stört das Bild.
Ein wenig anders sieht die Lage auf dem Ackerstreifen
aus; wo Emmer angebaut wird. Hier sticht immer wieder der ein oder andere
Dinkelhalm hervor. „In der Saat war wohl schon beides drin", glaubt Hans Ganser.
Bei Biogetreidesorten muss man solche kleinen Unreinheiten in Kauf nehmen. Dafür
ist aber alles naturbelassen und wächst und gedeiht ganz ohne Dünger. In ein bis
zwei Wochen wird der Flachs in voller Blüte stehen. Schonjetzt sieht man die ein
oder andere rosa- und blaufarbene Knospe. Auch einige Kornradenblüten haben sich
an anderer Stelle zwischen die Getreidehalme gemischt. Das laut Lexikon
„Getreideunkraut" trägt heuer den Titel „Blume des Jahres". Jeweils knapp drei
bis vier Meter breit sind die „Museumsäckerstreifen", wo nebeneinander
Sommerweizen und Winterweizen stehen.
In Zusammenarbeit mit der Universität Weihenstephan
läuft auf einem Streifen ein Versuchsanbau von Biodinkel. Sollte sich die
Pflanze als beständig und resistent erweisen, könnte das Saatgut die Zulassung
für den biologischen Landbau erhalten. Die Esparsette wächst bereits im zweiten
Jahr hintereinander in Hofstetten. Gerade auf kalkhaltigem Boden fühlt sich die
Futterpflanze heimisch. Ganser verrät, dass sie an vielen Straßenrändern noch
heute gepflanzt wird, da das Jurakleegras mit seinen Tiefwurzeln den Boden
zusammenhält.
Das Feldflora-Reservat kann jederzeit besichtigt
werden. Schautafeln und Schilder informieren über das System der
Dreifelderwirtschaft und die angebauten Pflanzen. Das Jura-Bauernhof-Museum ist
täglich, außer montags, von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Am Wochenende wird sogar
erst um 17 Uhr zugesperrt. Am Sonntag, 29. Juni, findet ein gemütlicher
Nachmittag mit geselligen Liedern zum Mitsingen und Zuhören statt.
Kreisheimatpfleger Wunibald Iser präsentiert Moritaten- und Wirtshaussänger.
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