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Rossknecht

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Rossknechtkammer

Blick in die zum Stall hin offene Rossknechtkammer Nutzung:

Hier schlief der Rossknecht. In vielen Bauernhöfen war es früher nämlich üblich, dass der Rossknecht bei den ihm anvertrauten Tieren im Stall oder - wie beim Kipferlerhof - unmittelbar daneben schlief. Die weiteren männlichen Dienstboten - der Knecht, der Ochsenknecht ("Ochserer") und der Schafhirte ("Hütabua") - mussten sich manchmal ebenfalls mit einem Lagerplatz im Stall oder in der Scheune begnügen, wenn im Haus zu wenig Platz war. Die Mägde dagegen - für den Kuhstall die "Dirn", für den Schweinestall das "Saumoil" und für das Haus das "Moil" - hatten meist einen Schlafraum im Wohnhaus. Außer als Schlafraum diente die Rossknechtkammer auch zur Aufbewahrung eines Teils der Pferdegeschirre. Später, als es im Kipferlerhof keinen eigenen Rossknecht mehr gab, wurden hier auch zeitweise Schweine, Hühner oder Gänse gehalten.

Beschreibung:

Der knapp 8 qm große, längliche Raum mit zwei Fenstern hat einen Pflasterboden aus Ziegelsteinen und weiß gekalkte Wände. Zum Rossstall hin ist die Kammer offen.

Ausstattung:

Der Raum ist einfach ausgestattet: Eine Bettstatt mit Strohsack und eine Truhe, in der der Knecht seine Habseligkeiten verwahrte. Dieses Möbelstück - ein typisches Dienstbotenmöbel gehörte meist dem Knecht oder der Magd persönlich und wanderte daher mit, wenn die "Einhalten" (Dienstboten) an Lichtmess "schlenkerten", sich also einen anderen Arbeitsplatz suchten. Die in der Kammer aufgehängten Kummete sind für das Einspannen von Pferden bestimmt: Sie bilden ein geschlossenes Spitzoval und wurden dem Pferd von vorn übergeschoben, während die - im Kuhstall gezeigten Kuh- und Ochsenkummete unten offen sind und den Tieren wegen der Hörner von oben umgelegt und dann mit einem Kettchen unter dem Hals des Tieres zusammengehängt wurden. 

                                    Jura-Bauernhof-Museum, Schlossstr. 19, 85122 Hitzhofen-Hofstetten, E-Mail