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Ein Schwelgen in Erinnerungen

„Häuser im Jura – im Wandel der Zeit“ in Hofstetten eröffnet

Es sind schlichte Häuser, gebaut mit den Materialien und Gegebenheiten vor Ort, aber mit einem hohen Wohnwert auch heute noch, wenn sie liebevoll restauriert wurden: die Jurahäuser im Altmühltal. Der Geschichte der Jurahäuser ist jetzt eine sehenswerte Ausstellung „Häuser im Jura – im Wandel der Zeit“ im Jura-Bauernhofmuseum in Hofstetten gewidmet, die an Himmelfahrt von Landrat Anton Knapp als Vorsitzendem des Vereins Jura-Bauernhof-Museum e.V. im Beisein von zahlreichen Ehrengästen aus Politik und Gesellschaft eröffnet wurde. In Zusammenarbeit mit dem Eichstätter Fotoclub werden rund 50 großformative Schwarz-Weiß-Aufnahmen und wertvolle reproduzierte Postkarten aus der Zeit um 1900 bis etwa 1930 gezeigt. Der Landrat dankte Fotoclub-Vorsitzendem Walter Huber und Kreisheimatpfleger Wunibald Iser für die hervorragende Vorarbeit und betonte, wie wichtig es sei, dass es immer wieder Menschen gebe, „die ein ganz besonderes Auge für die Schönheiten von Bauwerken besitzen und damit ein wichtiges Zeitzeugnis für die nachfolgende Generation geben“.

Die ansprechende Ausstellung im Obergeschoss des Museums zog bereits am Eröffnungstag viele Besucher in ihren Bann und ließ wahrlich Geschichte lebendig werden: Der fotografische Streifzug umfasst vom liebevoll restaurierten Jura-Bauernhof bis hin zur traurigen Ruine in einer Dorfmitte sämtliche Aspekte einer Jurahaus-Geschichte. Von den  48 Fotografen, die sich im Eichstätter Fotoclub zusammengeschlossen haben, machte sich besonderes Leonhard Beitler mit großem Engagement auf den Weg, um die baulichen Zeitzeugnisse des Altmühltals mit der Kamera zu dokumentieren. Von Josef Kraus stammt die liebevoll hinter Glas in Szene gesetzte Postkartensammlung, die von „innigen Grüßen aus Kipfenberg“ bis hin zu „Grüßen an die liebe Verwandtschaft aus Eichstätt“ einen Blick in die historische Vergangenheit zulässt und dokumentiert, was an Jurahaus-Bildern damals in die Welt hinausging. Die Karten präsentieren allesamt Stadt- oder Ortsansichten und lassen den Besucher erahnen, wie auch Städte und Ortschaften dem Wandel der Zeit unterworfen sind. „Das Gebiet der fotografierten Häuser war sehr groß, das konnte nur in Gemeinschaftsleistung geschultert werden. Aber die Mühe hat sich gelohnt“, lobte Fotoclub-Vorsitzender Walter Huber aus Eichstätt, der auf tatkräftige logistische Hilfe durch Martin und Gisela Hetzer sowie Museumswartin Centa Schermer bauen konnte.

Als stimmungsvolles Zuckerl zur Eröffnung wurde den Besuchern noch ein Hoagarten mit der „Wintershofer Tanzlmusi“ geboten: In der warm eingeheizten guten Stube des Museums stellte Gerhard Julius Beck aus Eichstätt gemeinsam mit den Musikern sein umfangreiches musikalisches Repertoire unter Beweis und unterhielt die Gäste mit Geschichten und Anekdoten der damaligen bäuerlichen Welt. Fürs leibliche Wohl sorgte der Jura-Backservice mit Kaffee und einem reichen Kuchenbuffet, welches das etwas unwirtliche Wetter draußen fast vergessen ließ.

Die sehenswerte Ausstellung läuft bis zum Kirchweihsonntag im Oktober zu den jeweiligen Öffnungszeiten des Museums. Am Sonntag, 16. Mai – dem Internationalen Museumstag – werden zwischen 14 und 17 Uhr spezielle Führungen durch die Sonderausstellung im Jura-Bauernhofmuseum angeboten. Geöffnet ist das Jura-Bauernhofmuseum Hofstetten übrigens jeweils von Dienstag bis Freitag zwischen 14 und 16 Uhr, an Samstag, Sonntag sowie Feiertagen von 14 bis 17 Uhr. Gruppen können auch außerhalb dieser Zeit beim Informationszentrum Naturpark Altmühltal, Notre Dame 1, 85072 Eichstätt (Tel. 08421/9876-0) angemeldet werden.           PP

 

Fotos: Petra Preis

 
                                    Jura-Bauernhof-Museum, Schlossstr. 19, 85122 Hitzhofen-Hofstetten, E-Mail